Tech-Startup zahlt Arbeitslosen, um KI zu trainieren, die eines Tages ihre Jobs übernehmen könnte
Wirtschaftliche Unsicherheit wirkt weiterhin verheerend auf die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen. Im vergangenen Jahr geriet der US-Arbeitsmarkt durch sinkende Löhne, Entlassungen und eine auffällige Zurückhaltung bei Neueinstellungen in eine schwere Lage und führte gegen Ende von 2025 zur höchsten Arbeitslosenquote des Landes seit vier Jahren. Und während die Debatte darüber schwankt, ob KI tatsächlich Arbeitsplätze in nennenswertem Umfang ersetzt, versuchen viele Tech-Startups diese Realität Wirklichkeit werden zu lassen. Wie das Wall Street Journal berichtet, rekrutiert ein angesagtes San-Francisco-basiertes KI-Unternehmen namens Mercor verzweifelte Jobsuchende für eine besonders makabre Aufgabe: KI-Modelle zu trainieren, die eines Tages die Arbeit übernehmen sollen, die sie früher gemacht haben.
In This Article:
- Mercor sucht verzweifelte Jobsuchende, um KI-Modelle zu trainieren, die eines Tages ihre Arbeit übernehmen
- Zweifel an der Fähigkeit von KI, menschliche Arbeit vollständig zu ersetzen
- Forschungsresonanz: Carnegie Mellon-Studie zeigt Grenzen der KI
- Mehr zu Mercor und die breitere Debatte
- Abschlussblick auf die Zukunft
Mercor sucht verzweifelte Jobsuchende, um KI-Modelle zu trainieren, die eines Tages ihre Arbeit übernehmen
Es ist eine bedrückende neue Realität, da die Sorge wächst, dass KI in großem Maßstab Arbeitsplätze ersetzen wird. Gegen Ende des letzten Jahres sagte der Computerwissenschaftler und AI-“Gottvater” Geoffrey Hinton voraus, dass KI weiterhin „viele, viele Jobs“ ersetzen werde, je besser die Technik wird. Eine MIT-Studie fand im letzten Jahr außerdem heraus, dass mehr als 20 Millionen Amerikaner durch heute verfügbare KI ersetzt werden könnten, was 1,2 Billionen Dollar an Lohnwert bedeutet. Eine verdrehte neue Realität: Menschen, die bereits in einem harten Arbeitsmarkt um Arbeit kämpfen, werden bezahlt, um ihre künftigen Ersatzkräfte zu trainieren. „Ich habe mit meinen Freunden gescherzt, dass ich KI trainiere, um eines Tages meinen Job zu übernehmen“, sagte Katie Williams, 30-jährige Videoeditorin, die seit sechs Monaten bei Mercor Videos untertitelt und bewertet, dem WSJ. Automobiljournalist Peter Valdes-Dapena, der 2024 entlassen wurde, hat Mercor dabei unterstützt, KI-generierte Nachrichtenartikel zu kritisieren. Die Ironie entgeht ihm nicht, doch er rationalisiert es. „Ich habe KI nicht erfunden und ich werde sie auch nicht neu erfinden“, sagte er der Zeitung. „Wenn ich damit aufhören würde, würde das das Ganze stoppen? Die Antwort lautet Nein.“ Mercor stellte im vergangenen Jahr Zehntausende von Auftragnehmern ein, nachdem es Partnerschaften mit führenden KI-Branchengrößen wie OpenAI und Anthropic geschlossen hatte. Job-Sicherheit und ein stabiles Einkommen scheinen schwer zu finden zu sein, wobei das Unternehmen im letzten Jahr plötzlich Tausende von Datenetikern entließ – nur um sie später wieder für ein ähnliches Projekt einzustellen, aber zu deutlich geringerem Lohn. Eine Sprecherin sagte dem WSJ, Auftragnehmer müssten Zeit-Tracking-Software auf ihren Computern installieren, um sicherzustellen, dass sie keine Abkürzungen nehmen. Sie sagte, dass einige sogar dabei erwischt wurden, KI zu verwenden, um die Ergebnisse von KI-Modellen zu bewerten. Einige bleiben jedoch skeptisch gegenüber der Fähigkeit der Technologie, menschliche Arbeiter in großem Umfang zu ersetzen. Die Rechtsanwältin Sara Kubik, die ihren Lebensunterhalt nebenbei durch Arbeiten für Mercor verdient, sagte der Zeitung, dass die Arbeit ihr „die Grenzen der KI gezeigt“ habe. Tatsächlich haben Forscher bereits herausgefunden, dass Unternehmen die Fähigkeiten von KI massiv überschätzen könnten. Eine Studie der Carnegie Mellon University zeigte, dass selbst die besten KI-Modelle der damaligen Zeit reale Büroaufgaben zu 70 Prozent der Zeit nicht erledigen konnten. Mehr zu Mercor: AI Companies Are Treating Their Workers Like Human Garbage, Which May Be a Sign of Things to Come for the Rest of Us Ich bin Senior Editor bei Futurism, wo ich über NASA und den privaten Weltraumsektor schreibe sowie über Themen von SETI und künstlicher Intelligenz bis hin zu Technik- und Medizinpolitik.
Zweifel an der Fähigkeit von KI, menschliche Arbeit vollständig zu ersetzen
Viele Experten bleiben skeptisch, ob KI menschliche Arbeit wirklich ersetzen kann. Rechtsanwältin Sara Kubik, die ihren Lebensunterhalt nebenbei durch Arbeiten für Mercor verdient, sagte der Zeitung, dass die Arbeit ihr „die Grenzen der KI gezeigt“ habe.
Forschungsresonanz: Carnegie Mellon-Studie zeigt Grenzen der KI
Forscher haben herausgefunden, dass Unternehmen die Fähigkeiten von KI wahrscheinlich massiv überschätzen. Eine Studie der Carnegie Mellon University zeigte, dass selbst die besten KI-Modelle der damaligen Zeit reale Büroaufgaben zu 70 Prozent der Zeit nicht erledigen konnten.
Mehr zu Mercor und die breitere Debatte
Mehr zu Mercor: KI-Unternehmen behandeln ihre Arbeiter wie menschlichen Müll, was ein Zeichen dafür sein könnte, was noch auf uns zukommt. Der Autor von Futurism, ein leitender Redakteur, schreibt über NASA und den privaten Weltraumsektor und hat sich mit Themen wie SETI, künstlicher Intelligenz bis zu Politik in Medizin und Technik beschäftigt.
Abschlussblick auf die Zukunft
Der Artikel wirft ein düsteres Licht auf die Zukunft der Arbeit in der KI-Ära: Zahlen wie 20 Millionen potenziell ersetzbare Arbeitsplätze in den USA, ein Schulterschluss zwischen Startups und großen KI-Unternehmen, und die Frage, wie viel menschliche Arbeit noch sicher ist. Die Debatte wird weitergehen, während die Technologie weiter Fortschritte macht.