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Große Studien verknüpfen Lebensmittelkonservierungsstoffe mit erhöhtem Krebs- und Diabetesrisiko

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Zwei große französische Studien zeigen, dass der Verzehr einiger gängiger Lebensmittelkonservierungsstoffe mit einem leicht erhöhten Risiko verbunden ist, Krebs und Diabetes zu entwickeln, wie am Donnerstag veröffentlicht wurde. Allerdings fordern externe Experten mehr Forschung und betonen, dass diese Art von Beobachtungsstudien keinen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang beweisen können. Die erste Studie, veröffentlicht im Journal BMJ, sagte, sie habe „mehrere Zusammenhänge zwischen Konservierungsstoffen, die in industriell hergestellten Lebensmitteln und Getränken auf dem europäischen Markt weit verbreitet sind, und höheren Inzidenzen von Gesamt-, Brust- und Prostatakrebsarten“ beobachtet. Die Konservierungsstoffe umfassen Nitrite und Nitrate, die oft zur Beizung von Schinken, Speck und Würstchen verwendet werden. Die zweite Studie, veröffentlicht in Nature Communications, fand ebenfalls einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr einiger Zusatzstoffe und der Entwicklung von Typ-2-Diabetes. Beide Studien basieren auf einem laufenden Forschungsprojekt, in dem mehr als 100.000 Franzosen regelmäßig Fragebögen zu ihrer Ernährung ausfüllen. Mathilde Touvier, die beide Studien betreute, sagte AFP, dass „Der Verzehr von Produkten mit Konservierungsstoffen bedeutet nicht, dass man sofort Krebs entwickelt.“ „Aber wir müssen unsere Exposition gegenüber diesen Produkten begrenzen“, sagte sie. „Die Botschaft an die Allgemeinheit lautet, beim Einkauf im Supermarkt möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu wählen.“ Der stärkste Zusammenhang in der ersten Studie bestand zwischen Natriumnitrit und Prostatakrebs, wobei das Risiko um rund ein Drittel erhöht war. Der Anstieg des Risikos blieb moderat – zum Vergleich erhöht starkes Rauchen das Risiko, Lungenkrebs zu bekommen, um mehr als das 15-Fache. Kaliumsorbat, das üblicherweise verwendet wird, um Schimmel und Bakterien daran zu hindern, in Lebensmitteln und Getränken zu wachsen, war mit dem doppelten Risiko verbunden, Diabetes zu entwickeln. Forscher, die nicht an den Studien beteiligt waren, lobten die robuste Methodik, warnten jedoch, dass es vorerst zu früh sei, das Verhalten der Verbraucher zu ändern, bis weitere Forschungen erfolgen. Tom Sanders, Ernährungsexperte am King's College London, warnte, dass die Ergebnisse „möglicherweise auf einer Unfähigkeit beruhen könnten, andere bereits bekannte Risikofaktoren vollständig zu korrigieren“. Zum Beispiel sind verarbeitetes Fleisch und Alkohol bereits stark mit höheren Krebsraten verbunden. Dies könnte bedeuten, dass nicht Natriummetabisulfit – das im Winzerprozess verwendet wird, um Hefen abzutöten – Krebs verursacht hat, schlug Sanders vor. Eine Option könnte sein, Lebensmittel, die Nitrat-/Nitritverbindungen verwenden, mit einer Gesundheitswarnung zu kennzeichnen, fügte er hinzu. Die Studien erschienen Tage, nachdem Großbritannien Werbung für ungesunde Lebensmittel und Getränke mit hohem Fett-, Salz- und Zuckeranteil tagsüber im Fernsehen, Radio und online verboten hatte. © Agence France-Presse

Große Studien verknüpfen Lebensmittelkonservierungsstoffe mit erhöhtem Krebs- und Diabetesrisiko

BMJ-Studie: Stärkster Zusammenhang zwischen Natriumnitrit und Prostatakrebs – Risiko steigt um rund ein Drittel

Die BMJ-Studie identifizierte den stärksten Zusammenhang zwischen Natriumnitrit und Prostatakrebs; das Risiko stieg um rund ein Drittel. Dennoch blieb die Erhöhung moderat. Zum Vergleich: Starkes Rauchen erhöht das Risiko, Lungenkrebs zu bekommen, um mehr als das 15-Fache. Die Studie basiert auf der gleichen großen französischen Bevölkerungsuntersuchung, die mehr als 100.000 Teilnehmende umfasst und deren Ernährungsfragen regelmäßig ausgewertet wurden. Die Forscher betonen, dass Beobachtungsdaten keine Kausality beweisen, geben jedoch Hinweise auf potenzielle Risikofaktoren. Eine weitere wichtige Feststellung der BMJ-Arbeit war, dass der stärkste in der ersten Studie gefundene Zusammenhang zwischen Natriumnitrit und Prostatakrebs bestand, wobei das Risiko um rund ein Drittel erhöht war.

BMJ-Studie: Stärkster Zusammenhang zwischen Natriumnitrit und Prostatakrebs – Risiko steigt um rund ein Drittel

Nature Communications Studie: Kaliumsorbat mit doppelt so hohem Diabetesrisiko

Die zweite Studie, veröffentlicht in Nature Communications, fand ebenfalls einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr einiger Lebensmittelzusatzstoffe und der Entwicklung von Typ-2-Diabetes. Beide Studien basieren auf einem laufenden Forschungsprojekt, in dem mehr als 100.000 Franzosen regelmäßig Fragebögen zu ihrer Ernährung ausfüllen. Kaliumsorbat, das üblicherweise verwendet wird, um Schimmel und Bakterien daran zu hindern, in Lebensmitteln und Getränken zu wachsen, war mit dem doppelte Risikozusammenhang verbunden, Diabetes zu entwickeln. Die Forscher betonen, dass diese Beobachtungen nicht bedeuten, dass jeder, der diese Zusatzstoffe konsumiert, Diabetes entwickelt; sie zeigen nur eine Assoziation, die weiterer Untersuchungen bedarf, um Kausalität zu klären.

Nature Communications Studie: Kaliumsorbat mit doppelt so hohem Diabetesrisiko

Expertenreaktionen und öffentliche Gesundheitsempfehlungen

Forscher, die nicht an den Studien beteiligt waren, lobten die robuste Methodik, warnten jedoch, dass es vorerst zu früh sei, Verbrauchern zu raten, ihr Verhalten zu ändern, bis weitere Forschungen vorliegen. Tom Sanders, Ernährungsexperte am King's College London, warnte, dass die Ergebnisse „möglicherweise auf einer Unfähigkeit beruhen könnten, andere bereits bekannte Risikofaktoren vollständig zu korrigieren“. Für Beispiel sind verarbeitetes Fleisch und Alkohol bereits stark mit höheren Krebsraten verbunden. Dies könnte bedeuten, dass nicht Natriummetabisulfit – das im Winzerprozess verwendet wird, um Hefen abzutöten – Krebs verursacht hat, schlug Sanders vor. Eine Option könnte sein, Lebensmittel, die Nitrat-/Nitritverbindungen verwenden, mit einer Gesundheitswarnung zu kennzeichnen, fügte er hinzu. Die Studien erschienen Tage, nachdem Großbritannien Werbung für ungesunde Lebensmittel und Getränke mit hohem Fett-, Salz- und Zuckeranteil tagsüber im Fernsehen, Radio und online verboten hatte. Die Studie endet mit einer Warnung vor vorschnellen Verhaltensänderungen seitens der Verbraucher, während weitere Forschung notwendig bleibt. © Agence France-Presse

Expertenreaktionen und öffentliche Gesundheitsempfehlungen