Cannabis als aufkeimende Strategie gegen Eierstockkrebs
Bei der Behandlung von Eierstockkrebs sind vorhandene Therapien oft begrenzt wirksam und gehen mit erheblichen Nebenwirkungen einher. Forscher suchen daher nach neuen Optionen, auch in pflanzlichen Ansätzen. Eine Arbeitsgruppe der Khon Kaen University untersuchte die Cannabispflanze, die bereits eingesetzt wird, um Nebenwirkungen der Krebstherapie zu lindern. Sie konzentrierten sich auf die Einzel- und Kombinationswirkungen von zwei Cannabinoiden — Cannabidiol (CBD), das nicht psychoaktiv ist, und Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), das für die psychoaktiven Effekte und das High-Gefühl verantwortlich ist. In einer kürzlich veröffentlichten Studie in Frontiers in Pharmacology zeigte dieselbe Forschungsgruppe, dass eine CBD- und THC-Kombination einen Großteil der Eierstockkrebszellen in vitro tötet und gesunde Zellen verschont. [1] Ihre Ergebnisse legen eine Grundlage für alternative Behandlungen.
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Eierstockkrebs – begrenzte Behandlungsoptionen und der Bedarf an neuen Ansätzen
Wenn es um die Behandlung von Eierstockkrebs geht, sind bestehende Medikamente oft begrenzt wirksam und können erhebliche Nebenwirkungen verursachen. Dadurch besteht ein großer Bedarf an neuen Optionen. Als Reaktion darauf erforschen Wissenschaftler auch alternative Medikamente, darunter pflanzenbasierte Strategien. Platinbasierte Medikamente werden oft als Erstbehandlung eingesetzt.
CBD und THC im Fokus: Einzel- und Kombinationswirkungen
Für die Studie wurden zwei Eierstockkrebszelllinien verwendet: eine, die empfindlich gegenüber platinbasierter Therapie ist, und eine, die resistent ist. Platinbasierte Medikamente werden oft als Erstbehandlung eingesetzt. Die Gruppen wurden zusammen mit gesunden Zellen mit unterschiedlichen Dosen von CBD, THC und CBD:THC-Verhältnissen behandelt. Unter diesen Behandlungen zeigte die CBD:THC-Kombination im Verhältnis 1:1 den stärksten synergistischen Effekt: Sie führte zu weniger und kleineren Krebszellkolonien, induzierte den Zelltod und verringerte die Mobilität der Zellen. Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Behandlung eine selektive Toxizität gegenüber Krebszellen aufweist und gesunde Zellen unversehrt lässt.
Mechanismen: PI3K/AKT/mTOR Signalweg und Tumorsuppressorprotein
Um die Mechanismen hinter diesen Anti-Krebs-Effekten besser zu verstehen, untersuchten die Forscher zentrale Zell-Signalwege. Im Eierstockkrebszelllinien ist der PI3K/AKT/mTOR-Signalweg oft hyperaktiv, reguliert durch Phosphorylierung, und trägt zur Tumorentwicklung bei. Wenn die CBD:THC-Kombination auf die Krebszelllinien getestet wurde, beobachteten sie eine verringerte Phosphorylierung von Proteinen innerhalb des PI3K/AKT/mTOR-Weges. Sie stellten außerdem eine Erhöhung bzw. Wiederherstellung eines Tumorsuppressorproteins fest, was möglicherweise zu einer weiteren Reduktion der Signalisierung beiträgt.
Zitat des Mitautors
„Obwohl unsere Studie noch vorläufig ist, legt sie eine wichtige Grundlage für weitere Forschungen zu den potenziellen Anwendungen von CBD und THC in der Behandlung von Eierstockkrebs,“ sagte Studienmitautor Siyao Tong in einer Pressemitteilung.
Ausblick und Bedeutung
Obwohl die Studie noch vorläufig ist, bildet sie eine wichtige Grundlage für zukünftigete Forschungen zu möglichen Anwendungen von CBD und THC in der Behandlung von Eierstockkrebs. Die Ergebnisse basieren auf Zellkulturstudien (in vitro) und legen die Basis für weitere Untersuchungen in vivo und klinische Studien. Sie bieten einen Startpunkt für die Entwicklung von ergänzenden Therapien, die Krebszellen gezielt angreifen, während gesunde Zellen geschützt bleiben.