Acht Stunden täglich am Handy – dieser einfache Trick hat mein Leben verändert
Eine Frau, die acht Stunden täglich an ihrem Smartphone klebte, hat eine einfache Methode entdeckt, die ihre Bildschirmzeit drastisch reduziert hat. Caitlin Begg, 31, eine in New York lebende US-amerikanische Soziologin, bemerkte ihr Problem erst, als eines Morgens ihr Telefon ausging und das Ladegerät auf der anderen Seite des Zimmers lag – und sie zu einem Buch griff.
Die Morgenlese als Weg aus dem Hamsterrad – Lesen statt Scrollen reduziert die Bildschirmzeit um mehr als 65 Prozent
Seit jenem Morgen im September 2022 wählt Caitlin Begg jeden Morgen das Lesen, statt ihr Telefon zu benutzen. Diese Veränderung hat es ihr ermöglicht, die Zeit, die sie am Bildschirm verbringt, auf nur noch etwa eine Stunde pro Tag zu senken. „Ich habe jeden Morgen ohne Ausnahme damit begonnen, vor der Computerbenutzung Sachbücher zu lesen.“ „Manchmal ist es nur eine Seite, wenn ich gleich aus der Tür muss; manchmal lese ich eine Stunde.“ „Aber ich merkte an jenem Morgen, dass mein Gehirn sich anders anfühlte, und meine Bildschirmzeit ist seitdem um über 65 Prozent gesunken. Das hat mir wirklich geholfen, mich in dieser Morgenroutine zu verankern.“ „Dein Gehirn fühlt sich an, als müsste es hundert Dinge gleichzeitig tun, und du musst ständig prüfen und kommunizieren.“ „Meine Nummer-eins-Regel lautet: Keine Telefone im Schlafzimmer. Wenn du in einer Studiowohnung wohnst, leg dein Telefon auf die andere Seite des Zimmers oder lass es im Badezimmer.“ „Was an jenem Morgen verschwand, war dieses Gefühl. Ich war präsent an einem Ort.“ „Schau dir außerdem deine alltägliche Bildschirmzeit an, um zu sehen, wie viele Stunden pro Tag du sie benutzt. Angenommen, du verbringst zwei Stunden pro Tag auf TikTok, finde eine Aktivität, die du in diesen zwei Stunden machen kannst, sei es mit einem Freund auszugehen oder spazieren zu gehen.“ „Der Schlüssel, sagt sie, ist etwas, das sie ‚Progression to Analog‘ nennt – der Titel ihres Podcasts – und das darin besteht, direkte und unvermittelte Erfahrungen zu erleben, wie sie in einem TikTok-Video erklärte.“ „Eine direkte unvermittelte Erfahrung könnte bedeuten, Zähneputzen, Gesichtwaschen, Duschen und Frühstück ohne Handy zu machen. Es könnte bedeuten, aus dem Fenster zu schauen. Es könnte bedeuten, 10 Hampelmänner zu machen,“ „Was ich den Leuten sage, ist: Auch wenn du Lesen nicht magst, kannst du einfach da sitzen und eine Minute aus dem Fenster schauen oder du kannst duschen und Zähne putzen, bevor du wieder zum Telefon greifst.“ „Auf dem Weg, die Bildschirmzeit zu senken, nahm sie sich auch drei Jahre lang TikTok vom Hals, bis vor Kurzem, weil sie die ‚contentification of everyday life‘ ablehnte.“ „Es war tatsächlich sehr einfach für mich, aufzuhören. Weil ich den Tag mit einem Buch begann, schaute ich nie zurück.“ „Zusätzlich hörte sie vor acht Monaten auch auf, in der Öffentlichkeit Kopfhörer zu tragen, und hat ihre Aufmerksamkeit darauf gerichtet, die Beziehung der Öffentlichkeit zur Technologie zu beobachten.“ „Sie hat TikTok drei Jahre lang nicht genutzt, weil sie die ‚contentification of everyday life‘ ablehnte.“ „Sie hat vor acht Monaten auch in der Öffentlichkeit keine Kopfhörer mehr benutzt und verfolgt das Smartphone-Geräusch auf der U-Bahn.“ „Seit dem vergangenen Jahr hat sie jede Instanz von Smartphone-Lärm verfolgt; Es zeigte sich, dass 70 Prozent aller U-Bahn-Fahrten Smartphone-Lärm aufwiesen.“ „Es ist etwas, das uns plagt, weil Menschen dann Kopfhörer aufsetzen, um es leiser zu machen.“ „Telefone machen uns atomisiert, individueller – es ist interessant zu sehen, welche Auswirkungen das auf unsere alltäglichen Umgebungen hat.“
Großer Kontext Fakten über Bildschirmzeit und Studien zu Nutzen
Auf gesellschaftlicher Ebene zeigen aktuelle Daten ähnliche Muster: Laut OFCOM verbringen britische Erwachsene durchschnittlich viereinhalb Stunden online, der Großteil davon auf einem Smartphone. Im Durchschnitt nutzen Erwachsene 41 Apps pro Monat, wobei WhatsApp, Facebook und Google Maps zu den am häufigsten genutzten Apps in dieser Altersgruppe gehören. Berufliche und bildungspolitische Belege stützen ähnliche Bedenken. Ein parlamentarischer Bericht verzeichnet eine 52-prozentige Zunahme der Bildschirmzeit von Kindern zwischen 2020 und 2022, und nahezu ein Viertel der Jugendlichen nutzt Bildschirmzeit in einer Weise, die mit Verhaltenssucht vereinbar ist. Daraufhin wurden schärfere Handyverbote in Schulen in England gefordert, um Lernstörungen sowie Beeinträchtigungen von Gedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Aufmerksamkeit zu adressieren. Auch jenseits des Kindesalters zeigen sich Vorteile, wenn man Bildschirmlaufzeiten reduziert. Eine Studie, die Anfang dieses Jahres im Journal BMC Medicine veröffentlicht wurde, fand heraus, dass eine Verringerung der Bildschirmlaufzeit depressive Symptome senken, die Schlafqualität verbessern und Stress reduzieren kann.